FAQ

Häufig gestellte Fragen

Das haben wir uns auch lange gefragt. Die Idee ist aus dem wissenschaftlichen Kontext heraus entstanden, deshalb haben wir lange gedacht, wir müssten das Wort „Spiel“ vermeiden.

Es sieht für die Teilnehmer*innen aber aus wie ein Spiel, fühlt sich an wie ein Spiel und enthält sogar aus wissenschaftlicher Sicht viele Elemente der Spieltheorie.

Es ist ein ernsthaftes, wissenschaftliches Spiel.

SCIARA ist viele Spiele mit unterschiedlichen Simulationsszenarien. Jedes Szenario kann in mehreren Spielpartien (von uns Simulationsläufe genannt) durchlebt werden.

Jedes Szenario kann ein anderes, dem Thema und der Teilnehmergruppe angemessenes Design haben. Tatsächlich kann sogar jede Teilnehmer-Rolle eine eigene Benutzeroberfläche bekommen: Ein*e Politiker*in eine andere als ein*e Bürger*in, ein*e Manager*in wiederum eine ganz andere.

Definitiv, wenn Sie neugierig auf die Zukunft sind! Es ist ein kooperatives Simulationsspiel, das Sie mögliche Klimazukünfte erkunden, gestalten und verstehen lässt – zusammen mit vielen anderen Teilnehmer*innen.

Wenig Action, aber viel Erkenntnis.

Gestalten Sie nach Ihren eigenen Werten und Bedürfnissen das beste Leben, das möglich ist in einer Welt, die sich durch den Klimawandel, Klimaschutzmaßnahmen und die Entwicklung der Gesellschaft ändert. Wir geben Ihnen diese Werte nicht vor – egal, ob Sie Klimaaktivist*in, normalerweise kaum mit dem Klimawandel beschäftigt oder Skeptiker*in sind.

Die einzige Vorgabe sind die wissenschaftlichen Modelle, die aus den Entscheidungen aller Teilnehmenden die positiven und negativen Folgen für die Welt berechnen.

Gar nicht. Oder besser: Das legen Sie selbst fest. Allgemein: Wenn Sie in dem Spiel für sich selbst spannende Erfahrungen gemacht und etwas gelernt haben. „Nicht lustig“-Cartoonist Joscha Sauer hat es auf den Punkt gebracht: https://joscha.com/nichtlustig/081118/

Und wenn Sie über den Verlauf des Klimawandels besorgt sind, könnten Sie sich auch als Gewinner*in fühlen, wenn es Ihnen zusammen mit den anderen Teilnehmenden gelingt, die Klimaziele Ihrer Stadt, Ihrer Branche, Ihres Landes oder der Welt zu erreichen – je nach Simulationsszenario.

Wenn Sie aber dem Klimawandel oder den Maßnahmen dagegen skeptisch gegenüberstehen, würden Sie es vielleicht als Erfolg verbuchen, wenn Sie andere von Ihrer Haltung überzeugt haben.

Wir glauben, dass es uns gelingen wird, Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft zur Teilnahme an SCIARA-Simulationsspielen zu motivieren.

„Wie könnte mein Leben mit Klimawandel und Klimaschutzmaßnahmen konkret aussehen – und wie kann ich das nach meinen eigenen Werten und Bedürfnissen gestalten?“

Das ist die für die meisten Bürger leicht nachvollziehbare Grundmotivation zur Teilnahme. Und die ist unabhängig von der eigenen Haltung zum Klimawandel.

Selbst Klimaschutz-Skeptiker*innen dürfte diese Frage umtreiben – denn der Klimawandel und die Maßnahmen kommen ja in der einen oder anderen Form sowieso. Warum also nicht lernen, wie sich das anfühlen könnte und daran mitwirken, dass die gesellschaftlich tragfähigsten Lösungen umgesetzt werden?

Weitere Motivationen für die Teilnahme, die nicht von der eigenen Haltung zum Klimawandel abhängen, könnten sein:

  • mit den eigenen Werten und Bedürfnissen von Entscheidern gesehen werden,
  • zu gesellschaftlich tragfähigen Klimaschutzmaßnahmen beitragen,
  • die Wissenschaft unterstützen,
  • Neugier!

Nein. Wir machen spielerische soziale Simulationsexperimente, mit denen sich aufgrund realistischer Rahmenbedingungen wahrscheinliche Verhaltens- und Entscheidungsmuster in Reaktion auf den fortschreitenden Klimawandel, Klimaschutzmaßnahmen und ihre Einführungsstrategien ermitteln lassen.

Die Wirklichkeit wird wegen unvorhersehbarer Einflüsse mit großer Wahrscheinlichkeit anders aussehen. Aber nicht ganz anders, wie Douglas Adams schreiben würde.

Eine Umfrage ist eine nicht überprüfbare Momentaufnahme dessen, was die Befragten gerade bereit sind, von sich preiszugeben. Eine Vielzahl von Einflüssen verzerrt hier das Ergebnis. Insbesondere werden Umfrageteilnehmer*innen nicht mit den möglichen Folgen ihrer Antworten konfrontiert.

SCIARA-Simulationen lassen die Teilnehmenden über einen längeren Zeitraum unter realistischen Zielkonflikten handeln und entscheiden – mit anschaulicher Visualisierung der Folgen der eigenen Entscheidungen.

Wir glauben, zusammen mit vielen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen, die mit uns zusammenarbeiten, dass in diesem Ansatz ein viel größeres Erkenntnispotential steckt.

Nein, die Teilnahme ist kostenlos.

SCIARA finanziert sich durch Eigenkapital der Gesellschafter, öffentliche Fördermittel, Spenden und durch kostenpflichtige Aufträge von Entscheidern in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, die Klimaschutzmaßnahmen in SCIARA-Simulationsläufen testen wollen.

Wir können das natürlich nicht erzwingen. Aber wir können Sie als interessierte*n Teilnehmer*in auf vielfältigste Weise dazu ermutigen, sich in SCIARA so nah wie möglich an der Realität zu verhalten:

Sie wollen ja wissen, was die Zukunft wahrscheinlich tatsächlich bringt. Mit SCIARA können Sie Ihre eigene Biografie in tatsächlich mögliche Zukünfte fortschreiben. Das erscheint uns viel spannender, als einfach irgendwas zu machen.

Sie wollen vielleicht auch zur allgemeinen wissenschaftlichen Erkenntnis beitragen.

Die Teilnehmenden starten mit ihren realen Lebensbedingungen und unterliegen realistischen Zielkonflikten. Wie sie sich entscheiden, ihren Lebensstil an sich ändernde Gegebenheiten anzupassen, hängt vor allem von den eigenen Werten und Bedürfnissen ab. Sich auch nur in einem Simulationsspiel anders zu verhalten, ist sehr anstrengend.

Die Auswirkungen der eigenen Entscheidungen und der aller Teilnehmer werden wir wissenschaftlich korrekt, aber realistisch emotional ansprechend visualisieren.

Wir werden Simulationsläufe einrichten, in denen sich die Teilnehmenden „austoben“ und mit alternativen Lebensentwürfen experimentieren können. So „müssen“ sie es nicht in den Simulationsläufen tun, mit denen realistisches Verhalten ermittelt werden soll.

Destruktive Trolle schließen wir natürlich von der Teilnahme aus.

Es gibt eine lange Liste guter Gründe, die Teilnahme an einem Simulationslauf nicht fortzusetzen, die gar nichts mit SCIARA zu tun haben, primär aber mit der jeweils eigenen Lebenssituation zusammenhängen.

Wenn keiner davon zutrifft, sehen wir die folgenden Gründe, warum Sie dabei bleiben sollten:

  • Neugier, wie es weitergeht
  • Ihr Wunsch, zur Qualität des wissenschaftlichen Experiments hinter jedem Simulationslauf beizutragen
  • Ihr Wunsch, die anderen Teilnehmer*innen nicht „hängenzulassen“
  • Community-Statuspunkte für das Dranbleiben verdienen

Ein wichtiges Ziel bei SCIARA ist es, aussagekräftige Ergebnisse durch repräsentative Teilnehmer*innen zu erzielen. Um die Simulationsläufe repräsentativ besetzen zu können, müssen wir all ihre Eigenschaften kennen, die für die Zusammensetzung der Teilnehmergruppe im Simulationsszenario wichtig sind.

Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Analyse der Ergebnisse. Dabei werden die (streng anonymisierten) Daten aus dem Simulationslauf auch dahingehend ausgewertet, welche Bevölkerungsgruppen überwiegend welche Entscheidungen treffen, um ggf. zu verstehen, wie die getesteten Klimaschutzmaßnahmen angepasst werden können, dass sie von allen die größtmögliche Akzeptanz erfahren.

Wir sind uns extrem bewusst, dass Sie uns nur ehrliche Auskunft über ihre Lebensumstände geben, wenn wir Ihre Daten optimal vor zweckfremdem Zugriff schützen und nicht in einer auf Sie beziehbaren Form veröffentlichen oder an unsere Auftraggeber weitergeben.

Deshalb speichern wir Ihre Daten in zwei Teilen: Zum einen benötigen wir einen Teil Ihrer Daten, damit Sie sich bei uns einloggen können. Dafür brauchen wir nicht Ihren Klarnamen und ihre genaue Wohnadresse (nur Ihre PLZ), aber Ihre E-Mail-Adresse, über die Sie im Extremfall identifizierbar sind,

Alle weiteren Daten, die wir von Ihnen erhalten und die im Laufe der Spiele entstehen, werden separat gespeichert. Der Zusammenhang zwischen beidem kann nur durch unsere Software, nicht aber aus den Daten selbst hergestellt werden.

In Ergebnisdaten, die wir veröffentlichen oder unseren Auftraggebern bereitstellen, entfernen wir sogar diese Möglichkeit.

Wir gehen davon aus, dass Sie in den meisten Simulationsläufen 5-15 Minuten pro Tag über mehrere Tage oder Wochen unterwegs sein werden.

Das kann je nach Spielszenario sehr unterschiedlich sein, zwischen fast Echtzeit bis hin zu einer hundert- oder gar tausendfachen Beschleunigung gegenüber der Realzeit.

So lassen sich zukünftige Jahre und Jahrzehnte in einigen Tagen bis Wochen durchspielen.

Die Beschleunigung ist vor allem dadurch begrenzt, dass die Teilnehmenden sich noch über die Entwicklungen und Ereignisse in der simulierten Welt ausreichend austauschen können müssen, um eine realistische soziale Dynamik zu erzeugen.

Ja. Zu Ihrem eigenen, egal welches das ist. Wir führen die Simulationen komplett ergebnisoffen durch. Ihr realistischstes Verhalten ist das, was wir wir uns wünschen – mit allem Drum und Dran.

Und natürlich bitten wir Sie, sich gegenüber den anderen Teilnehmenden und dem SCIARA-Team höflich und konstruktiv zu verhalten und setzen das bei groben Verstößen auch konsequent durch.

Der Begriff Klimasensitivität bezeichnet die Erhöhung der durchschnittlichen Temperatur an der Erdoberfläche bei Verdopplung der CO2-Konzentration bei Erreichen eines stabilen Zustands. Unsere aktuell verwendetes Klimamodell (pyhector) zeigt derzeit eine Klimasensitivität von ca. 4 Grad. Das liegt am oberen Ende der im letzten Bericht des Weltklimarats IPCC angegebenen Spannbreite. Warum halten wir das für vertretbar?

Die aktuellsten Klimamodelle, die in den nächsten IPCC-Bericht eingehen werden, zeigen eine hohe Klimasensitiviät von durchschnittlich ca. 3,7 Grad. Wir halten das für den besten Stand der Wissenschaft. Das von uns verwendete einfache Modell liegt da nahe dran. Absehbar wollen wir pyhector ersetzen durch MAGICC und uns damit den aktuellen Modellen weiter annähern.

Für uns ist die Klimakrise völlig unparteilich. Sie betrifft Menschen aller politischen Überzeugungen und man kann mit den zugrundeliegenden physikalischen Gesetzen nicht verhandeln.

Entsprechend ist SCIARA weltanschaulich so neutral wie möglich. Bei uns arbeiten Menschen mit unterschiedlichsten politischen Neigungen – von konservativ bis „links“. Uns motiviert der unbedingte Wille, etwas deutlich Messbares gegen die Klimakrise zu tun und unsere Fähigkeiten und Ressourcen dafür gemeinsam bestmöglich einzusetzen.

Uns einen dabei die Wissenschaften: Die Erdsystemwissenschaften, die Mathematik, die Logik und die Informatik, aber auch und ganz besonders die Sozialwissenschaften. SCIARA ist im Herzen ein sozialwissenschaftliches Projekt, das durch eine massive Menge Naturwissenschaft und Software-Entwicklung ermöglicht wird.

Sie haben weitere Fragen? Dann schreiben Sie uns und wir werden hier für alle sichtbar antworten!